FAQ

Im Rahmen unserer Vorträge tauchen immer wieder Fragen zu unseren Reisen auf. Es sind oft ähnlich lautende Fragen zu dem Warum, zur Sicherheit usw. Wir haben diese Fragen zusammengefasst und geben darauf Antwort.

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Wie kommt man auf die Idee, mit dem Auto nach Iran oder Afrika zu fahren?

Wir haben beim Reisen eine unterschiedliche Vergangenheit. Während Conny schon früher mit dem Rucksack in der Welt unterwegs war, zog es mich eher in die Wildnis des Nordens. Einsame Seen, Flüsse Wälder, mit Zelt und Kanu z.B.   Gemeinsam war uns aber, dass wir unterwegs etwas erleben wollten und nicht wie Schafe im Gatter in einer wohlbehüteten Touristenanlage all inklusive die freie Zeit absitzen möchten.
Uns interessieren fremde Länder, fremde Kulturen, andere Lebensentwürfe. Wir suchen auch den Kontakt zu den Menschen aktiv und beschränken diesen nicht auf das touristisch notwendige Maß.
Mit dem VW-Bus haben wir unterwegs das Maximum an Unabhängigkeit und Freiheit. Wo es uns gefällt, können wir spontan bleiben und brauchen weder Hotelzimmer, noch Flugticket und Busfahrschein. Spontan an einem schönen oder interessanten Fleck der Erde ein paar Tage zu verweilen ist so jederzeit möglich.

 

Ist das nicht manchmal gefährlich?

Eigentlich nicht. Es ist sicher nicht oder kaum gefährlicher, als in Deutschland zu reisen oder irgendetwas zu unternehmen. Hier sind uns die Situation und auch eventuelle Gefahr vertraut, weil wir ständig damit umgehen. In einer fremden Kultur ist uns vieles unbekannt und unbekannte Dinge können oft Unbehagen oder vielleicht auch Angst hervorrufen, … so eine diffuse Angst ohne greifbare Ursachen.
Lässt man sich aber auf Neues ein, wird man oft sehr positiv überrascht und die Dinge verlieren ihren Schrecken …

 

Gab es denn schon mal gefährliche Situationen?

Eher nicht. Es gab mal auf unserer Reise in den Iran eine unschöne Situation bzw. eine kleine Verfolgungsjagt mit einem durchgeknallten Autofahrer im abendlichen Istanbul. Er wollte sich im stockenden Verkehr vor unser Auto drängeln, ich habe ihn aber nicht reingelassen. Da ist er total ausgerastet. Schimpfte wie verrückt, trat gegen unser Auto, überholte uns später mehrfach, blockierte dann die Straße und schimpfte völlig außer sich aus seinem Auto. Da lagen bei uns auch die Nerven blank. Aber letztlich ging die Sache gut aus, wir konnten ihn abschütteln, in dem wir nach links in eine dunkle Gasse abgebogen sind, als er uns grad auf der rechten Spur überholte.
Insgesamt ist die Welt besser, schöner und auch sicherer, als man es vom heimischen Sofa aus vermuten würde.

 

Welche Eurer Reisen war am schönsten oder was waren die schönsten Momente einer Reise?

Jede Reise hat ihre guten und manchmal auch weniger guten oder anstrengenden Seiten. So eine Reise ist kein Urlaub. Es gibt Momente, die stressig, nervig oder auch unangenehm sind. Aber eben auch sehr schöne, berührende und interessante Situationen, die so eine Tour lohnenswert und unvergesslich machen.
Solche Highlights hatten wir auf jeder Reise … das würde hier den Rahmen sprengen.
Besonders in Erinnerung sind uns die vielen, herzlichen Begegnungen mit den Menschen im Iran geblieben. Von Pilgern auf ihrem 2.600 km langen Fußweg wurden wir zum Mittagessen eingeladen. Das war ein sehr herzliches und auch emotionales Treffen. In Russland haben wir mit ein paar Frauen ausgelassen am Lagerfeuer gefeiert, in Usbekistan wurden wir privat eingeladen, tanzten am nächsten Tag auf einer Hochzeit, auch in Marokko und Albanien waren wir schon auf Hochzeiten dabei. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft aber auch Offenheit gegenüber Reisenden sind in fast jedem Land, das wir bisher bereist haben, besser und herzlicher, als in Deutschland.

 

Und das Auto macht alles mit? Oder gab es auch schon Pannen?

Wir hatten „Gott sei Dank“ noch nie eine Panne, nicht mal einen platten Reifen. Nee stimmt nicht ganz, in 2021 hatten wir in Schweden einen platten Reifen und ein Problem mit einer Umlenkrolle des 2. Zahnriemens. Ich habe den Reifen später geflickt und nach mehreren Anläufen hat uns auch eine Werkstatt mit dem Zahnriemen geholfen. Mit unserem alten T4, mit dem wir bis 2018 unterwegs waren, sind wir 335.000 km pannenfrei gefahren.

 

Was für Ersatzteile habt Ihr dabei?

Keine speziellen Ersatzteile. Wir haben einen Werkzeugkoffer, Reifenflickzeug, Birnen, Sicherungen, ein paar Schlauchschellen, Draht und so dabei … universellen Kleinkram halt. Ein guter Kompressor ist noch an Bord, um den Reifendruck wieder zu erhöhen, wenn wir ihn für Fahrten im Gelände vorher gesenkt haben.
Ja und noch Sandbleche, Schaufel, Axt und Säge …

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Wie macht Ihr das mit der Verständigung –  z.B. im Iran?

Für den Iran haben wir ein paar wenige Worte Farsi vorab gelernt, also die 10 wichtigsten Vokabeln bzw. Redewendungen etwa. Der Rest muss dann mit Händen und Füßen gehen … und geht auch meist gut. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion kommt man mit Russisch ganz gut durch. Als gelernte Ossis mussten wir das ja in der Schule lernen. Ein paar Worte sind übrig geblieben … Ansonsten mit Englisch oder in Skandinavien mit etwas Schwedisch.

 

 

Wie macht Ihr das, 2 Monate am Stück reisen zu können?

Ich arbeite selbstständig und kann mir also meine Zeit einigermaßen einteilen. Zumindest kann ich selber frei entscheiden. Conny macht das mit ihrem Arbeitgeber, in dem sie eine unbezahlte Freistellung beantragt. Das hat bis jetzt immer geklappt. In Kombination mit dem regulären Urlaub kommt sie so auf die 2 Monate.

 

 

Wohin soll die nächste Reise gehen?

Wir haben noch viele Ziele. Durch Corona gab es ja in den letzten Jahren nur sehr eingeschränkte Reisemöglichkeiten. Dadurch konnten wir immer nur Plan B oder C umsetzen. In Russland haben wir noch viele Ziele, z.B. wartet da der Baikal. Da ist dann auch noch Mongolei, Tadschikistan, Kigistan und weitere Ziele in Kasachstan. Nach Iran wollen wir wieder, aber auch Mauretanien und Senegal.
Natürlich haben wir noch mehr Träume, die sich aber nicht alle realisieren lassen, da es die Sicherheitsbedingungen vor Ort nicht hergeben – z.B. Algerien oder Lybien. Auch Afghanistan wird wohl so ein Traum bleiben …

 

 

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